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Sonntag, 17. November 2013

Da Stoi ..... die Brücke beginnt zu wachsen

 Freitag, stockmauernfinster bereits aber voll Tatendrang fahren wir zuerst zur Sägemühle und bringen die 24er Bretter in Sicherheit, die dort bereits viel zu lange der Witterung ausgesetzt sind, bleischwer und vollgesogen mit Wasser werden sie auf den Lagerspeicher gehievt udn werden dort sehr schnell abtrocknen und uns dann zur Verfügung stehen. Anschließend raus mit den Holzböcken und die noch viel schwereren Fichtenstämme hinaufgewuchtet und los gehts mit dem wirklich entspannenden - und das ist nicht sarkastisch sondern ehrlich gemeint - Abschälen der Stammstücke. Für den nächsten Morgen sind dann die abgeschälten Stämme für denersten Brückengeländerträger fertig. Und los gehts immer mit derselben Aufgabenverteilung. Ich kann mich zwar um die Ideen und das Design kümmern, aber wenns um die Ausführung geht, dann DARF ich immer den Hilfarbeiter stellen und WEHE ich mache einen wie auch immer gearteten Änderungsantrag, dann ruht die Arbeit......
Auf jeden Fall nun gehts los:
unser Holzarbeitsplatz in voller Belegung

Abbinden der Stammstücke

Verbindung mit 12er Gewindeschrauben
Einpassen des Mittelstückes



Hier kommt nun Mathias Geschick und Können zum tragen, mit Schreinergenauigkeit dann die Rundhözer zu verarbeiten.
Zeit spielt bei uns ja keine Rolle und so kann auch er seinen eigenen Arbeitsrhythmus durchziehen und mit Ruhe und Genauigkeit seine Holzverbindungen schaffen






so schaut eine Schreinerrundholzverbindung aus



So soll der Brückendurchgang im Profil werden
Nachdem nun der erste Geländerträger fertiggestellt ist kommt die Reise auf die Brückenträger dran:
Huckepack mit dem Traktor und

mit manpower auf die Träger geschöben

So war von Anfang an meine Vorstellung und nun gehts weiter:


Als nächstes muss nun der zweite Geländerträger gefällt, transportiert, geschält und montiert werden, dann kommt ein schmalerer Metallrahmen zum Einsatz, in dessen Winkeleisen dann die Belagsstämme unverrutschbar aubr leicht austauschbar eingelegt werden. Der Gedanke ist, die runden Stämme des Belages mit Kieselsteinen aufzufüllen, oder Splitt oder Riesel, mal schauen.
Auf jeden Fall wird der Hohlraum unter den Brückenträgern bei den Fundmenten mit 16/32er Kies drainbar aufgefüllt.

Am Mittwoch kamen dann noch zwei selbstgebastelte Drechselröhren zu ihrem ersten Probeeinsatz. Mit einem sogenannten Fingernagelschliff haben wir nun neben der gekauften Röhre noch zwei weitere, eine kleinere und eine größere Röhre, Beide kann man wohl noch verbessern aber mit dem - auch selbst von Mathias - éntwickelten TORMEKkaufsatz können die Röhren nun gut geschliffen werden, auch wenns für den Schleifstein sehr problematisch ist, weil der weiche Stein sehr leicht Rillen bekommt.
die neue Röhrenspitze, mit Fingernagelschliff

umgebautes Tool für die Tormekmaschine







Sonntag, 10. November 2013

Da Stoi .... so funktioniert wohl die Evolution


um die mitlesenden, sagen wir mal, Holzarbeiter bei Laune zu halten, damit sie den Blog vielleicht auch bis zum Ende anschauen, fangen wir mal mit dem Ergebnis an und dann kommt die Schritt für Schritt Anleitung.
Also, nachdem wir am letzten WE die Werkzeugauflage im Prinzip durchkonstruiert und mit einem Prototypen auch realisiert hatten, konnten wir an diesem WE nun, nach dem Praxiseinsatz, ein paar Stellschrauben verändern und siehe da, leicht verändert, gehts nun sogar noch besser.

 
die neue Röhre, die neue Auflage, der neue Spindelstock und frische, grüne Rohware aus Espenholz .... ein Vergnügen, hier noch mit dem Prototypen der Werkzeugauflage

die gewinkelte Werkzeugauflage hat Platz unter dem gebogenen Spindelstock. die Werkzeugauflage kann nun auch in der Höhe verstellt werden, siehe die Flügelmuttern

das ermöglicht dann auch die Einstellung für die optimale Höhenposition für Ausdrehhaken oder Röhren auf der Innenseite


sowas nennt man wohl Evolution bzw. organisch gewachsene Veränderungen:  links die neue abgewandelte Werkzeugauflage mit dem kürzeren Bodenteil und mit der nun auch höhenverstellbaren Auflage selber aus Hartholz. Die Bodenplatte darf kürzer sein, weil die maximal notwendige Weite abhängig ist vom Abstand der Drehbank zur Drehwelle. Ein größeres Objekt, als dieser Abstand ist, kann auf der Bank ja eh nicht gedrechselt werden. Mit den Flügelmuttern kann nun auch die relative Höhe der Auflage selber eingestellt werden, Je nach Objekt ist hier eine geringfügige Höhenanpassung von Vorteil, um den optimalen Anstellwinkel zu ermöglichen. rechts der alte Prototyp aus Weichholz.

die erste Schale aus Espe, Zitterpappel (=Aspen), noch komplett roh, wie sie aus der Drehbank gekommen ist.
 Um der Wahrheit die Ehre zu geben muss man hier feststellen, dass ich beim Drehen die behindernden Knackpunkte benannt bzw. erkannt habe und Matthias sich dann die Lösungen ausgedacht hat. Gebaut haben wir es dann teilweise wieder zusammen, aber die Hauptarbeit und der Hauptverdienst an dieser Ausführung kommt eindeutig Matthias zu.


So und nun der Aufbau der Reihe nach, bei dem Teil mit der Bandsäge sollten Sicherheitsfachleute lieber die Augen schließen.
unsere kleine Esse aus Gasbetonstein
Freitag nachmittag dann zuerst zum Metallwarenhandel unseres Vertrauens um neben den - der Inhalt kommt später - notwendigen Materialien für den Brückenbau auch ein gutes Stück 15er Wellenstahl zu erstehen.
Biegung mit dem Schraubstock
Vorzeichnung, und die groben Holzarbeiten am Basisspindelstock waren von Mathias schon erledigt worden und nun konnte die Esse angeworfen werden.


Der hölzerne Basisspindelstock erhielt grundsätzlich dieselbe Form wie der alte, um auch wieder mit derselben Höhe der Zentrierspitze arbeiten zu können und nicht auch noch den Reitstock austauschen zu müssen.

Nun gings an die neue Zentrierspitze: 12er Wellenstahl eingespannt in die Ständerbohrmaschien - 600er Umdrehung -  und mit der Flex und der Schruppscheibe in Windeseile eine 45° Spitze hingeschliffen und anschließend mit derselben poliert.




















 So, das ist nun die Verbindung von hölzernem Spindelstock und dem gebogenen und dann fixierten Metallbügel, dieser wurde erst verschweißt nachdem die genaue Tiefen- bzw. Höheneinstellung vor Ort auf der Drehbank kontrolliert wurde. An diesen Metallbügel ist vorne dann im rechten Winkel der Metalldorn angeschweißt worden.










zwei L-förmig ausgesägte Eichenbohlen wurden über Nacht verklebt und anschließend mit der Bandsäge der Winkel für die Werkzeugauflage herausgeschnitten.





 der Winkel dann von Hand herausgearbeitet und dann gings an die Rückseite. Mit der Oberfräse eine Nut herausgefräßt, so dass diese dann passgenau auf dem Oberteil montiert werden konnte
Nut für den Zusammenbau





 So und dann gings auch schon gleich ans ausprobieren ... und wie immer: eine Lösung eines Problems gibt dann Hinweise, dass da noch was verbessert werden muss/kann.
Durch die Möglichkeit das Werkzeug schräg, bzw. seitlich richtig anzusetzen kommt aber eine andere Körperhaltung zustande, das heißt man steht nicht immer im rechten Winkel zur Werkbank, was das Drücken des Pedals zumindest nicht erleichtert, also brauchen wir nun auch ein etwas anderes Pedal, das unabhängig von der Stehposition eine leichtes Treten ermöglicht, also  ......  es gibt viel zu tun.......packen wirds an...... im schlimmsten Fall wirds Winter ;-))
Die nächste Baustelle, aber unbeeinflußt von unseren kürzlichen Veränderungen ist die Rückstellstange, die bei uns zwar hervorragend funktioniert, aber für einen Einsatz ausserhalb äusserst unpraktisch und platzraubend ist.

Und dann war da noch die Brücke:
Arnold hatte unter der Woche Zeit die Betonfundamente zu gießen und so hatten wir das Vergnügen die sauschweren Robinienholzträger, die vorher entweder ein Unimog oder später ein Minibagger ein- bzw. ausgehoben hatte, nun von Hand herüberzuzerren.......wir haben es geschafft.
Anschließend ein reines Vergnügen in Hockstellung 6 mm Spezialstahl ingesamt 8 mal auf 13 mm aufzubohren und Wahnsinnsschrauben in dem Robinienhartholz zu versenken. Mit dem Radkreuz haben wir dann tatsächlich zwei Schrauben abgedreht und dann durften wir noch einmal zwei Löcher nachbohren und mit einem noch größeren Holzbohrer vorgebohrt, gings dann mit dem Schlagschrauber einigermaßen vorwärts, aber es war dann tatsächlich  21.30 Uhr und stockfinstere Nacht geworden. Zu faul um noch zusätzliche Leitungen und Lampen zu legen haben wir uns mit den Iphone Taschenlampen gegenseitig abwechselnd Licht gemacht.

der alte Brückenbelag bleibt noch als Baustellenplattform

da ist noch viel Arbeit für uns drin....  wenns uns zuviel wird können wir ja die Kneipptretanlage, sichbar an dem Geländer im Bach oberhalb der Brücke, benutzen und gleich kommt die Kraft zurück





























































Sonntag, 3. November 2013

Da Stoi .... jetzt ist es doch schneller gegangen

Zuerst einmal ein "DANKE Schön" an Michael Stibane, der sich nicht nur Gedanken gemacht hat, wie eine verstellbare Werkzeugauflage aussehen könnte, sondern diese seine Konstruktion uns dann auch per Blog zur Verfügung gestellt hat. http://mstibs.wordpress.com/2013/10/06/especially-forspeziell-fur-rossstoi-tool-rest-for-pole-lathe-german-only-but-pictures-show/). Eigentlich war das ein Schmankerl für das Winterhalbjahr, aber gestern hat es halt gerade mal so gepasst. Mein Wunsch war ja immer mit einer flexiblen, also sowohl verschieb- als auch drehbaren Werkzeugauflage soviele unterschiedliche Objekte wie nur möglich auf EINER Wippdrehbank bearbeiten zu können - also sowohl längliche Objekte als auch Schalen und Teller.
gebogene Werkzeugauflage, noch unbehandelt
Meine Vorgaben und Michaels Prototyp waren der Ausgangspunkt und nun kommt Mathias ins Spiel, der NATÜRLICH eine eigene Variante bauen MUSSTE.
Also Material: ein kleines Stück aus der Resterampe im Baumarkt einer Dreischichtplatte, ein aus Erlenholz heruntergedrehter Bolzen, in der Dicke, das er zwischen die beiden Tragbalken paßte, ein kleines Stück aus einem 50er Fichtenbrett und Material für einen kleinen  Zapfen und einen kleinen Keil.
So sieht die obige Stellung von der Seite aus
Wie auf dem Bild zu sehen, ist die Werkzeugauflage in der Position, dass die Aussenseite einer Schale gut bearbeitet werden kann. Möchte man dann die Innenseite bearbeiten, reicht ein Verschieben der Werkzeugauflage nach rechts und man kann mit dem - im rechten Winkel abstehenden - linken Schenkel der Werkzeugauflage dann ebenfalls sehr gut seinen Ausdrehstahl auflegen.
Natürlich ist auch eine parallele Einstellung mit jedem beliebigen Abstand zum Werkstück möglich, all die kleinen Einstecker wären dann in der Zukunft unnötig.
Die Auflage des Prototyps ist noch aus Weichholz, wenn wir alle Varianten ausprobiert haben, wird das endgültige Werkstück aus Eiche sein. Aufpassen muss man auf der Rückseite, dass der Antriebsriemen nicht an dem nach hinten herausragenden Bodenteil schabt und sich somit selber zerstört.
So wäre die normale Einstellung, hier benutzt um den Mandrel zu verjüngen, auch die Länge werden wir verändern


.



hier kann man die Quetschverbindung durcdh den Keil und den Bolzen erkennen



 Der Bolzen, der durch den Erlenzylinder hindurchläuft wird durch den darunterliegenden Keil (siehe voriges Bild)  fixiert

 Also Michael: nochmal "Danke Schön" und wir werden dran bleiben, das System auszutesten bzw. auszubauen, entweder mit unterschiedlichen Auflageformen oder schlichtweg mit einer anderen Geometrie



Freitag, 1. November 2013

Da Stoi ...... Brückenbau

So, das  war der Ausgangspunkt, probeweise eingehobene Brückenträger um zu sehen ob die Krümmung der Balken überhaupt passend war bzw. von wo bis wo die Träger dann reichen würden. Nun gings an die Fundamente.... kein Spass in dem verwurzelten Boden bzw. da war auch noch irgendwo der Belag des alten, vor Jahrzehnten überfüllten, Weges zu fürchten. Ein Hochwasser hatte Anfang der 90er Jahre unsere alte Brücke weggeschwemmt und den Bach an der Stelle so weit ausgeschwemmt und verbreitert, dass wir eine neue Stelle für einen Brücke suchen mußten, der alte Weg ist dann einfach überfüllt worden..... Alle Faulheit  rächt sich irgendwann einmal.
Also was machen: über die Schiene Manuel - Mirler kam dann die Erlösung, Mirlers Minibagger. Stellte sich nur heraus, dass sich Daniel ein neues "Spielzeug" zugelegt hatte, nicht mehr den leichten 15er sondern einen heftigen 3.7 Tonner "Minibagger"
Da konnte Mathias noch so viel Jammern und um Mitleid rufen, er durfte nicht ran, Daniel wollte es selber machen aber zumindest war der Bagger schwer und kräftig genug um die Brückenträger aus schwerem Robinienholz wegheben zu können ohne "Männchen" zu machen. Also Balken locker gemacht und dann gemeinsam auf die Feuerstelle gewuchtet.
Der Rest ist dann zumindest auf der herübern Bachseite schnell erzählt, vier fünfmal in den Boden gelangt und das Fundament war fertig.
Nun kam der schwierigere Part, der Minibagger mußte auf der anderen Bachseite sich durch den Gartenzaun zwängen und unter alten Sträuchern durchrutschen und gaaanz langsam kam er dann auf der kleinen Wiese an. Nun gings auch hier gut zur Sache und tatsächlich war unter dem neuen Pflasterbelag die Schicht der alten Gehwegplatten, was aber für diesen Kraftprotz von Bagger kein Problem war -- auch hier 4-5 Schaufeln voll und das Loch war fertig.
So nun liegen zwei Riesenlöcher mitten im Weg und ich habe eigentlich keine Zeit die Fundamente zu gießen, mal schauen was an dem folgenden WE überhaupt möglich ist, denn eigentlich stehen an diesem WE Einwinterungsarbeiten an, Brunnen zudecken, Wintergarten abhängen.
Ein wenig Drehen an der Wippdrehbank war auch möglich, aber die Schwammerl, die am Sonntag als Deko bei der Geburtstagsfeier dienten, waren anschließend alle verschwunden und so müssen halt wieder neue gemacht werden ;-))

Schwammerl mit Naturrinde und Brotzeitbretter








 Schwammerl sind aus grüner Erle, natürlich wegen des Naturrandes ungespalten und die Brotzeitbretter aus 3cm Birkenholz, mit Leinöl eingelassen.














Samstag, 19. Oktober 2013

Da Stoi.......viel erreicht für einen Vormittag

Ein Traumwetter und damit auch ein Traumwochenende in Kötzting, auch wenn für den Stall dann nur ein verlängerter Vormittag übriggeblieben ist. Matthias hat für die Pfadfinder ein gutes Werk getan und sich an die Reparatur des Untergestells für den Waschtisch gemacht. Diesmal sollte es nun die stabile Variante werden. Die Stirnseiten wurden massiv verschraubt und die Längsseiten bekamen 20er Gewindestangen mit Riesenflügelmuttern verpasst. Um ein Verwinden zu vermeiden möchte Mathias noch metallene Führungsdübel anbringen, dann sollte das Ding wieder für ein paar Jahre passen.
Ernst und ich haben uns an die Grünholzvorräte gemacht und ein paar Erlen- und Pflaumenrohlinge fürs Drechseln präpariert und dann gings an die Pilzegroßproduktion und auch einige Tönnchen sind wieder dabei rausgesprungen. Ergänzt noch durch zwei Stifteschalen, zwei Nudelhölzer und eine freigestaltete Pflaumenschale kann sich das Ergebnis schon sehen lassen.
Eigentlich wäre Einwintern drangewesen, aber das Wetter war viel zu schön....nicht einmal zum Rasenmähen bin ich gekommen....






Sonntag, 6. Oktober 2013

Da Stoi ..... einfach ein Wochenende



Ein Männerwochenende stand an, ein MÄNNER wochenende.
Nie hätten wir Teilnehmer solch ein politisch unkorrektes Freizeitvergnügen vorgeschlagen, aber, soweit hat es der fundamentalistische Feminismus schon getrieben,  wenn es der Wunsch unserer Frauen ist …..na dann müssen wir uns wohl oder übel fügen

Sogar das Einsammeln der Teilnehmergebühr stemmten unsere Ehegesponse – sie müssen sich wirklich Sorgen um unser Männerstanding machen, alle Achtung – so blieb Ullrich, als dem Hauptgesponserten, nur noch übrig einen Termin zu finden, und, weil ja ein Brückenbau im Hinterkopf anstand, bot sich halt der Brückentag am besten an, um in Kötzting Quartier zu nehmen.


Schwerstarbeit























Mit wilden Vermutungen von Seiten meiner Mädels zuhause über Männerrituale, die von  Table-dancing bis hin zu Alkoholexzessen reichten, verabschiedet und von abschätzigen Bemerkungen über unsere Wandervorhaben begleitet, fanden wir Alle uns dann am Freitag in Kötzting ein…..
UND fingen gleich zu arbeiten an.
Ullrich wollte zwei Hochbeete machen, ich eins, und so ging´s ab zum Metallhandel, Zuschnitt für die Eckpfosten ordern, anschließend gleich weiter zur Sägemühle und den Hänger mit sägerauem Schnittholz in gewünschter Länge beladen.





















 Im Stall waren nun auch die anderen Teilnehmer angekommen und ab ging´s in den Wald, Bäume fällen. Ullrich, voll ausgerüstet und abgesichert, durfte als Geburtstagskind die Fichten flach legen – nun ja, flach ist eigentlich anders, aber zumindest soweit einschneiden, dass der Stamm sich an den Nachbarbaum angelehnt hatte, den Rest besorgte dann Michael mit einem Pfostenhebel. Am Ende  hatten wir einen nur geringfügig überladenen PKW Anhänger voll kräftigen Fichtenstangenholz im Stall.

Nun allerdings mussten wir uns ausgehfein machen -   kleine Schwierigkeit am Rande:  nachdem sich Ullrich mit dem kalten Leitungswasser geduscht hatte  bei Kötztings sehr, sehr weichem Wasser dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis die Seife sich wieder löst und abgewaschen werden kann -  hatte sich herausgestellt, dass der Boiler nicht eingeschaltet war, die anderen konnten sich dann allerdings schön warm bzw. heiß duschen - und zusammen mit Paula schlenderten wir einem gemütlichen Abend beim Lindner entgegen.

am Stammtisch

Dort angekommen blieb uns nur der Platz am Stammtisch übrig und so konnten wir ein paar Bier lang den einheimischen Gesprächen lauschen, Heinz, der Lindnerbräu hatte meine Begleiter auch sofort durchschaut und mit Ullrich folgenden Dialog begonnen:
Es sadts owa net von do!
Was heißt von Da?
No hoit net vo Bayern
Wir nicht aber er(deutet auf Michael) schon, er ist von Franken
Des sandt de Schlimman!
Ullrichs persönliche Vorstellung, er käme aus der Gegend um Emmerich, konnte Heinz, als Mann von Welt, gleich beantworten, das wäre dann dort  von wo der Fußballer Lothar( -Emmerich) herkäme
Jens rheinländische Herkunft beantwortete er mit dem Hinweis er könne am Dialekt ganz treffsicher Kölner und Düsseldorfer auseinanderhalten.
Cordon Bleu – überbackener Leberkäse und Pfälzer mit Kraut bildeten den kaloriengemäßen Abschluss unseres Ausflugs in die Lindnerbrauerei und als sich später dann das Wirtshaus langsam leerte, war es Zeit selbiges zu wechseln, auf der Suche nach noch geöffneten Etablissements.

Wir schlenderten hinein in die Stadt, vorbei an der Kirchenburg, dessen Singularität Michael stark anzweifelte und meinte auch in Franken GÄBE es ähnliches, vorbei am Chinesenkrankenhaus und hinein in ein gut gefülltes "Haus des Gastes".
Zufällig wollte der Wirt gerade seine kleine Privatbrauerei beschicken und so behielt ich Paula und die Malzproben als Fingerfood im Besitz und die frisch eingeschenkten Rittengoldbiere im Auge, während die Anderen einen eigentlich kurzen Vortrag über die Geheimnisse des Brauwesen erhalten sollten. Einige Zwischenfragen und Zwischenbemerkungen Ullrichs später, war mir schon schlecht vom Durchkosten all der Malzproben, Paula ungeduldig und das Bier in den Gläsern sah aus wie abgestandene Apfelsaftschorle, aber Ullrich hatte immer noch einen…..
Irgendwann drang ich mit meinen Rufen: "der Schaum, der schöne Schaum" durch und Florian, der junge Chefkoch und  Braumeister, erhörte die flehentlichen Rufe nach seiner Anwesenheit aus seiner Küche und beendete die Führung nicht ohne auf meine Probegläser der schmackhaften Malzproben zu verweisen. Ullrich und Michael wollten aber zielsicher die Hopfenproben kosten – eine reine Freude meinerseits, sie wollten partout nicht auf mich hören – und popelten dann den ganzen Abend die ungenießbare Hopfenkugel zwischen ihren Fingern herum um nicht zugeben zu müssen, dass sie für DIESES Aroma dann doch zu schwach waren. Die optische Apfelsaftschorle, aber das geschmacklich hervorragende Rittergold, brachte uns auf die Idee am nächsten Abend vielleicht mehr davon zu kosten.
Nun aber war Wirtshauswechsel angesagt – und nachdem Kötzting eine Pferdestadt ist – wechselten wir am Marktplatz in den Horse-Town-Club, natürlich mit Paula, die sich am Rande zusammenkringelte und den Lärm einfach überschlief. Wie es der Zufall so will, waren einige Bekannte anwesend und so war es nur folgerichtig, dass nach dem obligatorischen Espresso und dem Pils auch noch ein Schnäpschen auftauchte.  Ein Rischerl für den morgendlichen Kopfschmerz sollte eigentlich einen Abschluss bilden aber ein Bekannter wollte uns – immerhin hatte er am nächsten Morgen seinen Hochzeitstermin – einen Spezialdrink reindrücken – wir konnten ihm diesen Liebesdienst angesichts seiner in nur wenigen Stunden bevorstehenden Vermählung unmöglich abschlagen.
Wer zahlt schafft an und so er orderte eine:
Irish Carbomb: ein breites, großes, Whiskeyglas dreiviertel gefüllt mit Weizenbier und  ein Schnapsglas voll mit Baileys. Das Schnapsglas mit Baileys wird in das Whiskeyglas ins Weizenbier hinein versenkt und der Baileys mischt sich nun optisch wie ein Eiereinlauf in eine Rinderbrühe, um das Geschliere mal neutral auszudrücken, es gäbe da auch noch ein paar unästetischere Assoziationen…..
Nachdem wir erstens nicht schuld sein wollten, dass unser spendabler Gastgeber seine eigene Hochzeit verpassen musste, verzichteten wir auf das übliche Spielchen: jetzt sind aber wir mal dran, um die nächste Runde zu ordern. Zweitens hatten wir bereits zu diesem Zeitpunkt unser komplettes Budget aufgebraucht, drittens kenne ich den Wirt, der sofort in das Spielchen einzusteigen bereit ist und seinerseits gerne eine erweiterte Runde ausgibt, was wiederum viertens komplett fremde Mitbarbesucher, die nur am Rande stehen, dazu veranlasst selber eine Runde zu schmeißen, weil es heute so gemütlich ist und fünftens  : im Stall steht noch eine Kiste Lindner…..
Paula hatte nichts dagegen und so pilgerten wir in den Wintergarten, öffneten jeder geräusch- und genussvoll eine Flasche Lindnerbier und gingen, ohne zu trinken, sofort jeder in seinen Schlafsack. Paula und ich machten es uns im Stüberl  bequem, die Anderen irgendwo weiter oben.




Paula ignorierte ihre bereitgestellte Schlafstelle und pennte die ganze Nacht auf der Eckbank, mit dem Kopf auf den Zeltplanen und den Sitzkissen. Aus dieser erhöhten Position konnte sie auch sofort anschlagen, als frühmorgens die Pferde gefüttert wurden, wenn die Pferde unverschämt nahe kamen, oder sonst halt wegen irgendetwas Auffälligem. Zwischendurch kam sie dann auch mal zu mir zum Sofa und schnaubte mir ins Gesicht um sicherzustellen, dass ich auch nicht etwa schlief, wenn sie schon ihre Wachpflichten durchführte.
Beim morgentlichen Gassigehen besorgte Ullrich Weckerl und Wurst und zusammen mit Michaels
mitgebrachtem, ich sag mal blutrotem, Brotaufstrich  begannen wir unseren zweiten Tag bei strahlendblauem Himmel von Horizont zu Horizont.

auf den Kreuzfelsen

Blick vom Kreuzfelsen

auf der Kötztinger Hütte

Also ab ins Auto, rauf auf den Reitenberg und von da ab hinein in den Aufstieg zum Kreuzfelsen auf dem Kaitersberg über die Felsenstufen bei  der Räuber Heigl Höhle. Fast niemand war unterwegs und nach 45 Minuten waren wir auf dem Gipfel angekommen. Von dort gings weiter zur Kötztinger Hütte und  - Überraschung -  Alles war voll, die ganzen Gäste hatten wohl den kurzen Aufstieg über Hudlach gemacht. Auch hier blieb uns nur der deutlich markierte und eigentlich reservierte Stammtisch an der sonnig warmen Hüttenwand. Alle nachfolgenden Neuankömmlinge grüßten uns höflich, wohl meinend wir wären die, die immer da sind….
Currywurst (wer wird das wohl gewesen sein) Wildgullasch und Sauerbraten stärkten uns und gemütlich machten wir uns an den Wiederabstieg, diesmal aber hinter dem Kreuzfelsen, auf dem Weg, auf dem von 10 Jahren das Gipfelkreuz herausgeschleppt worden war.















 Nun war ein kurzer Schönheitsschlaf angesagt für manche, die anderen machten sich dran die Metallteile für die Hochbeete zu schweißen und nachdem wir am Nachmittag alle wieder oder die anderen eben immer noch frisch waren, ging´s zuerst dran ein Loch im Zaun zu flicken (Unfall mit Fahrerflucht war die Ursache) Anschließend gings an das Namensprojekt: die Brücke:
Schon am Vortag hatten wir einen schweren Holzträger an Ort und Stelle gehievt, nun musste dieser gedreht und vor allem der zweite in Position, eigentlich in provisorische Position, gebracht werden.
Was ein Glück, am Nachbargrundstück erschien Hackl Franz mit seinem Unimog mit Holzkran. So war es ein Klacks den einen Balken gedreht und dann auch den zweiten eingehoben zu bekommen.

 
so gehts leichter

Franz mit dem Kran



Zwischenzeitlich wussten wir wann unser letzten Teilnehmer ankommen sollte und dieser brachte dann passend den strömenden Regen mit. Nun, als vergrößerte Truppe ohne Budget, machten wir uns auf den Weg die Vorsätze vom Vortag auszuführen und fuhren – wegen des Regens – mit Paula zum Hotel zur Post, aber nicht einmal ein Stuhl war frei, geschweige denn ein Tisch.
Zweiter Versuch, ab zum OSL auf dem oberen Markt, auch wenn die Aussichten eher mau waren dort einen Tisch zu bekommen, aber siehe da, es war genau noch einer für fünf Personen frei und so saßen wir im ersten Stock und harrten der Dinge, die da kommen sollten:

beim Osl
GAANZ GROSSES KINO
Selbst so einfache Vorspeisen wie Leberknödel- bzw. Pfannenkuchensuppe waren ein Genuss, ganz zu schweigen von Ullrichs Roter Beete Suppe mit Ochsenfleischwürfel auf Zitronenmeerrettich. Hier nun zeigte sich zum ersten Mal der Vorteil einer Männerrunde: Ullrichs spitze Schreie wegen der Vorzüglichkeit seiner Speise und der Beschreibung des Geschmackserlebnisses des Zitronenmeerrettichs zusammen mit dem zungenzerdrückbaren Ochsenfleisch vom eigenen Angusrind brachten von unserer Seite nur wohlwollende Kommentare aber auch nicht im Ansatz den Wunsch nach mehreren Löffeln und der Aufforderung, komm lass mich auch mal probieren zustande. Gleiches ergab sich bei der Bestellung der Hauptspeisen:
Teilen wir uns zusammen einen Salat?
Könntest du dir nicht was anderes bestellen, dann könnten wir uns das Essen teilen?
Ich lass mir nur einen Teller mitliefern, dann helfe ich dir bei deiner Portion.
Musst du unbedingt das Essen XXX bestellen, du weißt doch dass ich das nicht mag/vertrage?
Solche Dialoge gab es nicht, allerdings fiel es uns schon auf, dass wir endlich in Ruhe die Speisekarte lesen und auswählen konnten was wir wollten. Speziell dieses Thema spielten wir anhand von Rollenspielen eine etwas längere Zeit durch, benachbarte Tische schielten neugierig zu unseren Sprechstücken herüber. Die Hauptspeisen waren gediegen:
Sauerbraten vom Angusrind
Ochsenfleisch in Meerrettichsauce
Schnitzel mit Bratkartoffeln
Zweierlei vom Angusrind
Wir konnten uns dann bei den Nachspeisen nicht mehr zurückhalten und so gab´s dann noch dreierlei selbstgemachtes Eis, eine Creme Brullee mit Waldfrüchteis (im Original ist es ein dreizeiliger Text in der Speisekarte)  und am Ende natürlich wieder einen Espresso – ausdrücklich sei es hier noch einmal betont, selbstbestimmt bestellt und komplett selbst gegessen, niemals stocherte jemals jemand anderem in jemand  anderes Tellern herum. Wir waren gut gesättigt, gut getränkt mit Augustiner und rechtschaffen müde von der Wanderung,  den Arbeiten und dem Essen.

Der Rest ist schnell erzählt: bis auf den Autoren ging´s ab in den Stall – der Autor hatte Probleme von der Wanderung und ging einfach ums Eck nach Hause – am nächsten Morgen gemütliches Frühstück im geheizten Wintergarten und ab ging´s zurück nach Sinzing
Schön war´s ------------ kann man wiederholen